Autor Thema: Agnetenstraße  (Gelesen 687 mal)

Offline Ex-Wilhelmstädter

  • Immerfahrer
  • ***
  • Bedankungen:
  • -gegeben: 39
  • -erhalten: 69
  • Beiträge: 234
Agnetenstraße
« am: 31. August 2020, 15:30:03 »
Auch im "gehobenen Alter" stellen sich manchmal Fragen.

Warum gibt es eigentlich die Strecke durch die Agnetenstraße, obwohl dort niemals eine Straßenbahnlinie entlang fuhr. Wenn wir heute bei jeder Veränderung im Streckennetz über die Kosten einer Weiche sprechen, die nicht im Linienbetrieb gebraucht wird, ist es verwunderlich, dass die MVB diesen Streckenabschnitt weiterhin finanziert.

Hat irgend jemand eine schlüssige Antwort parat?

Offline MalteFr

  • Fahrgast
  • *
  • Bedankungen:
  • -gegeben: 12
  • -erhalten: 0
  • Beiträge: 32
Re: Agnetenstraße
« Antwort #1 am: 31. August 2020, 16:26:37 »
Warum es sie gibt, erschließt sich zumindest im Nachhinein dadurch, dass die Verbindung regelmäßig bei Störungen auf der Lüneburger oder der Hohepfortestraße genutzt wird. Und das ist m.E. doch sehr regelmäßig der Fall. Vielleicht ist der Grund also genau der.

Offline Ditmar

  • Abokunde
  • *****
  • Bedankungen:
  • -gegeben: 166
  • -erhalten: 211
  • Beiträge: 897
Re: Agnetenstraße
« Antwort #2 am: 01. September 2020, 00:21:31 »
Früher wurde sie jahrelang im Nachtverkehr fahrplanmäßig befahren und noch früher von den Personalwagen. Außerdem diente sie ein paar Jährchen auch als Startpunkt für die PKW-Transporte.

Offline ex-magdeburger

  • Abokunde
  • *****
  • Bedankungen:
  • -gegeben: 181
  • -erhalten: 102
  • Beiträge: 1.230
Re: Agnetenstraße
« Antwort #3 am: 01. September 2020, 10:47:15 »
Jetzt bringe doch die MVB nicht noch auf Ideen. ;)
Meine Vermutung ist, dass es ein Unterschied ist ob etwas neu gebaut wird, oder einfach nur Unterhalten werden muss. Zumal bei es der Strecke nie die Debatte gab ob die Strecke von Land und Bund gefördert wird. Würde es heute ein Debatte geben ob die Strecke kommt, würde sie nicht kommen. Jetzt aber kann man die Unterhaltung durchaus mit dem erwiesenen Nutzen gerechtfertigt werden.
Neben Störungen in der Alten Neustadt selber, hat die Strecke aber noch andere Vorteile: Die 2 bräuchte zum Ein- und Ausrücken bestimmt pro fahrt 10 Minuten länger. Außerdem wird die Strecke nach längeren Störungen anderswo im Stadtgebiet gern zum Umlegen von Bahnen bei ausufernder Verspätung genutzt. Das betrifft neben der 2 auch die 1, 8, 9, 10 und eventuell sogar die 5. (wobei die 8 natürlich derzeit außen vor ist).
In der Abwägung die Strecke in Betrieb zu halten, wird sicher auch spielen, dass die Agentenstraße nur etwa 400 Meter lang ist.

In dem Zusammenhang will ich eine Frage stellen die mir schon vor einiger Zeit aufgefallen ist: Die Einrücker der 5 und 6 sind früher über die Agnetenstraße gefahren. Jetzt wird über den Unikreisel gefahren, ob wohl das ein Tick länger ist. Warum wurde das geändert?

Offline Ex-Wilhelmstädter

  • Immerfahrer
  • ***
  • Bedankungen:
  • -gegeben: 39
  • -erhalten: 69
  • Beiträge: 234
Re: Agnetenstraße
« Antwort #4 am: 01. September 2020, 12:39:04 »
Nicht falsch verstehen.

Ich möchte nicht wissen, wozu die Strecke heute genutzt wird, sondern weshalb sie überhaupt gebaut wurde. Bereits in einem Stadtplan von 1911/12 ist diese Strecke eingezeichnet.

Offline ex-magdeburger

  • Abokunde
  • *****
  • Bedankungen:
  • -gegeben: 181
  • -erhalten: 102
  • Beiträge: 1.230
Re: Agnetenstraße
« Antwort #5 am: 02. September 2020, 11:52:53 »
Ich denke man muss die Antwort größer denken: Während um die Zeit Cracau noch ein Dorf war, wurde der Südosten eingemeindet wurde (wobei die 3 Stadtteile vermutlich auch damals noch einen klar abgrenzbaren - von Acker umgebenen - Dorfkern hatten). Ich habe einen Stadtplan aus der Zeit mal bei Google aufgerufen, von wann genau der ist weiß ich nicht. Der Südteil von Stadtfeld Ost ist schon fertig, die Straßen die durch den BA4 ab Damaschkeplatz angebunden werden sollen, waren noch als in  Planung eingetragen. Ebenso der Westring ab der Willy-Brandt-Schule (das Schulgebäude direkt an der Straße ist aber bereits eingezeichnet; ebenso gab es den Westring bereits auf Höhe des Betriebshofes Stadtfeld).
Worauf ich eigentlich hinaus will: Es gab laut dem Plan den ich betrachte, gerade in der Alten Neustadt viele Strecken. Neben den heute noch existierenden Strecken sind auf "meinen" Plan allein in der Alten Neustadt Strecken an der Rückseite der Unimensa, der Ernst-Lehmann-Straße, der Sandtor-Straße und der Rögazer Straße eingezeichnet. Wobei bei letztem bemerkenswert ist, das die Strecke am Bötticherplatz auf die heute noch existente traf, aber von dort bis zur Lostauer Straße keine Gleise lagen. Die Agnetenstraße ist also womöglich - neben den noch regulär befahrenen Strecken - das letzte Überbleibsel etwas größerem.

P.S: Ich habe mich bewusst an heutigen Bezeichungen und Orientierungspunkenten bedient.
« Letzte Änderung: 02. September 2020, 15:09:44 von ex-magdeburger »

Offline Albis

  • Hin- und Herfahrer
  • ****
  • Bedankungen:
  • -gegeben: 74
  • -erhalten: 99
  • Beiträge: 292
Re: Agnetenstraße
« Antwort #6 am: 07. September 2020, 23:40:11 »
Auch im "gehobenen Alter" stellen sich manchmal Fragen.

Warum gibt es eigentlich die Strecke durch die Agnetenstraße, obwohl dort niemals eine Straßenbahnlinie entlang fuhr. Wenn wir heute bei jeder Veränderung im Streckennetz über die Kosten einer Weiche sprechen, die nicht im Linienbetrieb gebraucht wird, ist es verwunderlich, dass die MVB diesen Streckenabschnitt weiterhin finanziert.

Hat irgend jemand eine schlüssige Antwort parat?

Bist Du sicher, dass durch die Agnetenstraße auch vor hundert Jahren nie eine reguläre Linie fuhr? Ich kenne zwar auch nicht alle Liniennetze, die es irgendwann mal gegeben hat, aber ich weiß auch wie ex-magdeburger, dass das Netz in Alte Neustadt sehr viel dichter war. Hinzu kam die Strecke in Richtung Industriegelände (damals Linie 11), sodass es nahe liegt, dass man früher auf verschiedenen Wegen nach Alte Neustadt gefahren ist. Auch kann ich mir vorstellen, dass eine Linie von der Hohepfortestraße durch die Agnetenstraße - Lüneburger Straße oder mit Zweirichtungswagen in der Agnetenstraße ihre Endstelle hatte. Alte Neustadt war sehr viel dichter besiedelt, die Neubaugebiete im Norden gab es noch nicht. Daher wäre eine (Verstärker- (?))Linie, die vom Stadtzentrum nur den aus heutiger Sicht halben Weg in den Norden fuhr, sehr plausibel.

Offline 242

  • Hin- und Herfahrer
  • ****
  • Bedankungen:
  • -gegeben: 114
  • -erhalten: 447
  • Beiträge: 416
Re: Agnetenstraße
« Antwort #7 am: 08. September 2020, 21:28:11 »
Würden dort keine Straßenbahngleise sichtbar für alle Verkehrsteilnehmer liegen, wäre die Straße noch deutlich häufiger als jetzt von rücksichtslosen Parkern eingeengt bis verstopft...

Offline Waldmeister

  • Fahrgast
  • *
  • Bedankungen:
  • -gegeben: 4
  • -erhalten: 11
  • Beiträge: 15
Re: Agnetenstraße
« Antwort #8 am: 08. September 2020, 22:45:55 »
Dieser Chronist führt auf seinem 1920er Netzplan eine Linie 8 vom Großen Werder zur Agnetenstraße über Königsbrücke, Königstraße und Hohepfortestraße auf. Auf dieser Karte kann man die Streckenführung auch recht gut nachvollziehen.

Offline Ex-Wilhelmstädter

  • Immerfahrer
  • ***
  • Bedankungen:
  • -gegeben: 39
  • -erhalten: 69
  • Beiträge: 234
Re: Agnetenstraße
« Antwort #9 am: 09. September 2020, 12:11:08 »
Danke an albis und Waldmeister, besonders für den Plan.

In der Zwischenzeit hatte ich auch einen Hinweis auf die Linie vom Werder zur Agnetenstraße gefunden. Aber so habe ich noch mal den Streckenverlauf und die Bestätigung;

Daumen hoch smiley leider nicht vorhanden,

 

SMF spam blocked by CleanTalk