Autor Thema: MVB-Fahrtenschreiber - MVB Ausbildungsblog  (Gelesen 13218 mal)

Offline Ditmar

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Re: MVB-Fahrtenschreiber - MVB Ausbildungsblog
« Antwort #45 am: 24. Januar 2022, 01:06:26 »
M.M.n. müßten es noch zwei B6 sein, oder habe ich was verpaßt?

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Re: MVB-Fahrtenschreiber - MVB Ausbildungsblog
« Antwort #46 am: 24. Januar 2022, 11:20:50 »
M.M.n. müßten es noch zwei B6 sein, oder habe ich was verpaßt?

Ist im Blog auch schon auf "zwei Beiwagen" korrigiert...

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Re: MVB-Fahrtenschreiber - MVB Ausbildungsblog
« Antwort #47 am: 18. Februar 2022, 15:54:16 »
Weshalb die MVB im 15-Minuten-Takt fahren

Auch für mich ist es als Fahrgast eine Umstellung, wenn die Straßenbahn nicht mehr alle 10 Minuten an „meiner“ Haltestelle abfährt. Doch der Ferienplan im 15-Minuten-Takt ist für die MVB ein Schritt nach vorn. Ja, richtig gelesen! Denn durch die Einführung dieses Fahrplans können wir als Verkehrsbetriebe die Zuverlässigkeit für unsere Fahrgäste aufrecht erhalten, in dem Ausfälle weitestgehend vermieden werden.

Aktuell hat vermutlich jedes Unternehmen mit den Folgen der Corona-Pandemie zu tun. So fallen vermehrt Mitarbeitende durch Krankheit, Kinderbetreuung oder Quarantäne aus, Prozessabläufe müssen an die behördlichen Auflagen angepasst werden und gleichzeitig treten immer neue Veränderungen auf. Das trifft auch auf uns als Nahverkehrsunternehmen zu, weshalb es einen „Plan B“ braucht, um auf so eine besondere Situation wie die Pandemie zu reagieren.



Diesen Plan B gibt es tatsächlich nicht erst seit dem „Coronajahr“ 2020, sondern bereits seit 11 Jahren. Entwickelt wurde er 11 Jahre zuvor, während der Influenzapandemie 2009, die vielen noch unter dem Namen „Schweinegrippe“ in Erinnerung sein dürfte. Damals überlegte man sich einen Handlungsleitfaden, der genau festgelegt hat, wie zum Beispiel mit einer außergewöhnlichen Verringerung des Personalbestandes durch die Ausbreitung einer Krankheit umgegangen werden sollte. Und genau dieser Leitfaden konnte nun in angepasster Form angewendet werden. Natürlich gilt er in allen Bereichen der MVB, wenngleich sich die Auswirkungen für unsere Fahrgäste am ehesten an den Abfahrtszeiten bemerkbar machen: „Ab dem 14. Februar verkehren die Busse und Bahnen nach dem Ferienfahrplan„, konnte man als Fahrgast an den digitalen Informationstafeln lesen. Ein notwendiger Schritt zur Vermeidung von unerwarteten Ausfällen. Denn nicht nur im für unsere Kundinnen und Kunden sichtbaren Bereich ergeben sich deutliche Veränderungen, auch in den Werkstätten sind die Folgen der Pandemie spürbar.


Sascha Zimmermann


Teresa Reichert


Stefan Koster

Da beispielsweise unsere Straßenbahnen alle zwei Wochen zur Durchsicht auf die Arbeitsgrube im Betriebshof müssen, damit sie in den Fahrgastbetrieb dürfen, ist eine einsatzbereite Werkstatt sehr wichtig. Kommt nun die pandemiebedingte Personalsituation hinzu, verringert sich zum Beispiel der Fahrzeugdurchsatz. Die Bearbeitungszeiten erhöhen sich und so würden im 10-Minuten-Takt unter Umständen nicht genug Bahnen zur Verfügung stehen. Denn neben diesen „kleinen“ Arbeiten laufen auch größere Projekte parallel, wie die fristgemäße Hauptuntersuchung oder etwa der Einbau neuer Fahrzeugkomponenten.


Marvin Dietrich

So trägt der Ferienfahrplan dazu bei, unser Angebot stabil zu halten und somit für unsere Fahrgäste besser planbar zu machen. Schließlich mag niemand gern im kalten Wind stehen gelassen werden, weil der Bus oder die Bahn spontan nicht fahren kann. Und noch ein Vorteil ergibt sich aus dem reduzierten Fahrzeugbedarf: In den Ferien verkehren ausschließlich Niederflurwagen im Streckennetz.

Auf ganz bald!
Johannes

Quelle: https://www.mvb-fahrtenschreiber.de/2022/02/18/pandemiefahrplan/

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Re: MVB-Fahrtenschreiber - MVB Ausbildungsblog
« Antwort #48 am: 04. April 2022, 16:01:18 »
Geht nicht auf die Straße: die Auslege-Rampe der Tram

An vielen Stellen im Netz der MVB öffnen sich die Fahrzeugtüren nicht vor einem Bahnsteig, sondern einfach auf der Straße. Zwar ist der barrierefreie Ausbau der Haltestellen beschlossene Sache, doch die vollständige Umsetzung wird noch eine Weile dauern.
Als Hilfsmittel wird häufig die in den Straßenbahnen mitgeführte Klapprampe genannt, um Menschen mit Rollstuhl den Zugang in die Bimmel zu erleichtern. Doch diese Rampe hat eine ganz andere Aufgabe, denn sie wurde als sogenannte Auslegerampe zur Überbrückung des Bahnsteigspaltes konzipiert. So kann sie von den Fahrerinnen und Fahrern ausgelegt werden, wenn der Abstand zwischen Wagen und Bahnsteigkante zu groß ist, oder aber der Höhenunterschied ein sicheres Zusteigen von Rollstuhlfahrenden nicht zulässt.

Im Regelfall läuft das so: In den Haltestellen mit Bahnsteig befindet sich im vorderen Bereich, also da, wo der Kopf der Tram zum Stehen kommt, ein Piktogramm im Boden. Es zeigt einen Rollstuhl und markiert die Halteposition der 2. Straßenbahntür. Dort ist die Rampe untergebracht.

Möchte nun ein Rollifahrer die Straßenbahn nutzen, stellt er sich dort auf und gibt bei der Einfahrt des Wagens der Straßenbahnfahrerin ein Handzeichen. In der Folge betätigt der Rollstuhlfahrer den „Kinderwagen“-Taster an der Tür, die daraufhin geöffnet bleibt. Unsere Fahrerin steigt nun aus, fragt nach dem Reiseziel des Kunden und legt die Spaltüberbrückung für den Zustieg aus.

Bei Haltestellen auf der Fahrbahn ist das anders. Würde dort die Spaltüberbrückung auslegen werden, wäre sie zum einen viel zu steil, zum anderen wäre eine sichere Nutzung nicht möglich, da diese gar nicht im Fahrzeugboden verriegelt. Das habe ich für euch mal an der Endstelle ausprobiert und auf Fotos festgehalten.


Passt nicht: Die Klapprampe ist nicht zum Anlegen auf der Fahrbahn konzipiert.


Von der Straße aus sind 30 cm bis zum Boden der Straßenbahn zu überwinden.


Die Verrigelung rastet nicht ein, somit ist kein sicheres Ein- und Aussteigen möglich


Ohne Verrigelung verrutscht die Rampe leicht. Im schlimmsten Fall bestünde Sturzgefahr.


Unüberwindbar: Die Rampe liegt zu steil an. Hier kann kein Rollstuhl rollen.

„Könnte man die Rampen, wie sie es in den Bussen gibt, nicht nachrüsten?“
Rein theoretisch wäre das möglich, die Details dazu erklärt Frank Rathsack, Abteilungsleiter Technik der MVB: „Bei einer solchen Nachrüstung muss eine sogenannte Kassette verbaut werden. Dafür wäre ein Umbau des Fußbodens im Türbereich notwendig. Unter Umständen wird dabei die Statik des Wagenkastens verändert, wodurch für die Zulassung ein erneuter Nachweis der statischen und dynamischen Festigkeit der Fahrzeuge erbracht werden muss. Weiterhin muss zwingend auf die Einhaltung der vorhandenen Maße geachtet werden, denn die Einstiegshöhe von 300 mm darf nicht überschritten werden.“ Was in der Theorie ganz einfach klingt, ist in der Umsetzung weitaus komplizierter. Dazu kommt, dass die Kosten für einen Umbau gedeckt sein müssen, denn allein mit den Erlösen aus dem Fahrscheinverkauf gelingt das nicht. So bleibt wie bisher nur die Nutzung der Auslegerampen an Bahnsteigen.

Gute Aussichten

In Zukunft wird es jedoch Abhilfe geben, denn die in der Beschaffung befindlichen neuen Straßenbahnen werden sogar zwei Klapprampen besitzen. So kann ein barrierearmer Zustieg sowohl an der zweiten, als auch an der vierten Tür erfolgen. Diese Bahnen werden voraussichtlich ab 2024 durch Magdeburg rollen.

Bis zum nächsten Mal!
Johannes

Quelle: https://www.mvb-fahrtenschreiber.de/2022/04/04/klapprampe_tram/

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Re: MVB-Fahrtenschreiber - MVB Ausbildungsblog
« Antwort #49 am: 04. Mai 2022, 18:14:48 »
Was ist eine Havarie?

Hin und wieder passiert es: Ein unerwarteter Schaden an den Gleisanlagen der MVB tritt auf und umgehend rücken die Bagger vom Gleisbau an.
Doch, was ist denn da eigentlich genau los?

Steffen Großheim, Meister in der Abteilung Gleisbau, erklärt dazu: „Bei einer Havariebaustelle sprechen wir immer von einem unerwarteten Ereignis. Die Gleise, die auf der Straße verlegt sind, müssen viel aushalten: neben der Belastung durch die Straßenbahnen kommen die Fahrzeuge des Individualverkehr und die stark wechselnden Temperaturen hinzu. So ist vor allem die Dichtung zwischen den Schienen und den Betonplatten stark von den Reifen der PKW und LKW beansprucht. Ist diese kaputt, dringt Regenwasser ein, was zu Schäden am Gleis führen kann, welche zuvor nicht sichtbar waren. Zusätzlich leiten die Metallschienen den Fahrstrom der Tram, was zu Korrosion beiträgt und zum Beispiel zu Schienenbrüchen führen kann.“

In einem solchen Fall rücken die Kollegen vom Gleisbau an und inspizieren den Schaden. In den meisten Fällen sind kleine Baumaßnahmen ausreichend, um einen sicheren Betrieb gewährleisten zu können, doch hin und wieder muss das „große Besteck“ ran. Erweist sich ein Schaden größer, als zunächst angenommen, wird unter Umständen der Tausch von mehreren Metern Schiene notwendig. Die Baustelle muss also zunächst abgesichert werden. Dafür sind einerseits die Fachleute der MVB vor Ort, andererseits auch Mitarbeitende der Straßenverkehrsbehörde der Stadt. Gemeinsam wird dann die passende Maßnahme abgestimmt.

     Natürlich wird immer auf die Verhältnismäßigkeit geachtet, schließlich wollen wir ja auch, dass alles rund läuft.

Von außen oft nicht sichtbar: Der eigentliche Umfang des Schadens. Was aus der Entfernung wie ein einfacher Schienenbruch aussieht, kann im Detail betrachtet eine Folge von Angestautem Regenwasser unter den Gleisen sein. In einem solchen Fall muss also nicht nur die kaputte Schiene des Gleises getauscht werden, sondern auch gleich noch der Schotter darunter gestopft und das Gleis anschließend neu ausgerichtet werden.
Solche Arbeiten lassen sich in der Regel nur dann erledigen, wenn der Tram-Verkehr auf der betreffenden Strecke ruht. So sind mitunter am Tage kaum Arbeiten zu beobachten, während nachts wortwörtlich die Funken fliegen.
Im besten Fall kann ein Havarieschaden schon am Tag des Auftretens behoben werden, vereinzelt kann es auch länger dauern, bis wieder alles beim Alten ist.

Übrigens: Insgesamt kommt es nur sehr selten zu solchen Havarie-Baustellen, denn das gesamte Streckennetz der MVB wird jährlich genau unter die Lupe genommen. Alle großen und kleinen Beschädigungen werden in einem Katalog vermekert und nach ihrer Wichtigkeit bearbeitet, bevor eine große Sache daraus wird.

Quelle: https://www.mvb-fahrtenschreiber.de/2022/05/04/was-ist-eine-havarie/

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Re: MVB-Fahrtenschreiber - MVB Ausbildungsblog
« Antwort #50 am: 03. Juni 2022, 14:30:58 »
Einsteigen und Traumjob sichern

Kreative Ansätze der MVB gegen den Fachkräftemangel

Am 1. Juni 2022 war die Bewerberbahn https://www.mvbnet.de/bewerberbahn/ der MVB wieder im Einsatz, nachdem sie in den beiden Vorjahren eine pandemiebedingte Pause einlegen musste. Mit der Aktion wirbt die MVB um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und macht es Interessenten dabei so einfach wie möglich: Wer will, kann gleich ein Bewerbungsgespräch absolvieren.
Mit an Bord waren die Job-Profis aus der Personalabteilung, Straßenbahn-Ausbilder und studentische Aushilfsfahrer, die unter anderem bei der Bewerberbahn-Aktion 2019 den Weg zur MVB fanden. Sie standen den Interessenten Rede und Antwort.

Schon an der ersten Haltestelle stiegen interessierte Menschen ein, um sich über die vielfältigen Jobs bei der MVB zu informieren. Auch an den folgenden Haltestellen füllte sich die Straßenbahn weiter – ein Zeichen dafür, dass ein großer Bedarf an persönlicher Beratung bestand. Neben dem Beruf Straßenbahnfahrer:in in Aushilfe wurden auch die Ausbildungsmöglichkeiten und Quereinstiege bei der MVB häufig nachgefragt.

So stieg auch Herr Kausch zu, der aktuell als Anlagenbediener arbeitet.

    „Ich bin durch die Facebook-Seite der MVB auf die Bewerberbahn aufmerksam geworden, da dachte ich mir: Schaust du mal vorbei!. Ich bin auf der Suche nach einem technischen Beruf, aber interessiere mich auch für andere Jobs. Herr Rausch hat mir eben den Alltag als Straßenbahnfahrer nähergebracht, das finde ich auch spannend. Ich habe auf jeden Fall meine Initiativbewerbung abgegeben.“


Herr Kausch stieg zu, um sich ein Bild von den technischen Berufen bei der MVB zu machen.

berichtete er nach einem längeren Gespräch mit dem Straßenbahnausbilder Steven Rausch.

Neuer Anlauf und reges Interesse

Während die Sonderfahrt vom Messegelände in Richtung Universität führte, bot sich auch die Gelegenheit, mit einer unserer Job-Profis zu sprechen. Melanie Schlüter ist Personalreferentin bei der MVB und freut sich über die Aktion: „Für die MVB ist die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt ein Grund, mit neuen Ideen auf die Menschen zuzugehen und ihnen die Arbeit bei uns zu zeigen. Mit der Bewerberbahn haben wir die Möglichkeit, Interessierte direkt anzusprechen und quasi dort „abzuholen“, wo sie es möchten. Ich bin sehr froh, dass wir nach der coronabedingten Pause nun wieder auf Tour sein können.“

Auch Nancy Kämpfer stieg in die Bewerberbahn.

    „Eigentlich wollte ich ja nur mal schauen. Gestern habe ich im Radio von der Aktion gehört und bin neugierig geworden. Im Moment bin ich aufgrund von persönlichen Veränderungen auf Jobsuche, da kam die Bewerberbahn sehr gelegen. Hier habe ich mich richtig wohl gefühlt, die Mitarbeiterin hat mich sehr ausführlich beraten. Vor allem in der Verwaltung und dem Vertrieb sehe ich meine Zukunft. Und wer weiß? Vielleicht ja bald bei der MVB! Die Bewerberbahn finde ich in jedem Fall richtig klasse. Von alleine wäre ich nicht zu den Verkehrsbetrieben gegangen, so konnte ich einfach einsteigen.“


Frau Kämpfer war neugierig und nutzte die Gelegenheit, „einfach so“ einsteigen zu können.

Chauffiert von denen, die es selbst gemacht haben:

Auf dem Fahrersitz der Bahn saßen ausschließlich Aushilfsfahrer, die in ihrer Hauptbeschäftigung studieren. Mit dem Nebenjob „Straßenbahnfahrer“ leisten sie einen großen Beitrag für die Mobilität der Menschen in Magdeburg und bessern darüber hinaus auch noch ihre Kasse auf. Das ist übrigens keine neue Erfindung, denn bereits zu Zeiten der DDR waren Aushilfen an den Fahrpedalen der Magdeburger Trams beschäftigt.
„Ich bin zuversichtlich, dass wir nach den insgesamt 32 Bewerbungsgesprächen heute unser Team schon bald mit neuen Kolleginnen und Kollegen erweitern können“ , freute sich Melanie Schlüter, die einer Bewerberin noch eine der beliebten Sonnenbrillen im MVB-Design überreichte. Diese Brillen gab es als kleines Dankeschön für alle Besucherinnen und Besucher der Bahn.


Teamwork: An Bord der Bahn waren Personalreferntinen, Straßenbahn-Ausbilder und Aushilfsfahrer


Die Aktion wurde gut angenommen. In der Tram wurden teils lange Gespräche geführt.


Frau Schlüter zog ein positives Fazit des Tages.

Bahn verpasst? Kein Problem!

Wer die Gelegenheit der Sonderfahrt nicht nutzen konnte, kann sich natürlich gern weiterhin bei der MVB bewerben. Auf der Karriere-Webseite http://www.mvbnet.de/karriere sind alle wichtigen Infos zu finden. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit, sich direkt zu bewerben. Vor allem Aushilfsfahrerinnen und -fahrer sind jederzeit willkommen!

Quelle: https://www.mvb-fahrtenschreiber.de/2022/06/03/bewerberbahn_2022/

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Re: MVB-Fahrtenschreiber - MVB Ausbildungsblog
« Antwort #51 am: 20. Juni 2022, 22:11:36 »
Aus dem Hörsaal in die Tram: Studentenjob Straßenbahnfahrer



Du wolltest schon immer mal was Großes auf Schienen durch Magdeburg bewegen und suchst eine Herausforderung neben dem Studium oder eine neue Möglichkeit, dein Studium zu finanzieren? Dann hat die MVB ein perfektes Angebot für dich: Wir suchen wieder studentischer Aushilfsfahrer*in (m/w/d) für Straßenbahnen.

Es locken 14,33 € die Stunde und natürlich jede Menge Spaß und Abenteuer auf Magdeburgs Straßen.

Wenn du 21 Jahre alt bist, einen PKW-Führerschein hast und noch mindestens 4 Studiensemester vor dir hast, dann passt du perfekt zu uns.

Deine Arbeitszeit beträgt zwischen vier Stunden die Woche bei studentischen Mitarbeitern auf 450 Euro Basis und maximal 20 Stunden bei Werkstudenten. Deine Arbeitszeit kannst du innerhalb der gesetzlichen Rahmen frei wählen. Eine durchschnittliche Arbeitszeit von vier Stunden die Woche ist aber für zwei Jahre bindend. Natürlich darfst du aber auch mal in den Urlaub fahren 😉 . In der vorlesungsfreien Zeit kannst du frei nach Arbeitszeitgesetz arbeiten.


Tobias Buge ist studentischer Aushilfsfahrer.


Jan Schmitt ist studentischer Aushilfsfahrer.

Deine Ausbildung zum Straßenbahnfahrer startet meist im Juni während der vorlesungsfreien Zeit in unserer MVB-Fahrschule auf dem Betriebshof Sudenburg. Hier absolvierst du die Theorie. Dabei wird die StVO aufgefrischt und die BOStrab, die Betriebsordnung für Straßenbahnen, erlernt. Dies dauert etwa fünf Wochen und endet mit einer Prüfung. Danach geht es mit unserem Fahrschulwagen und unseren erfahrenen Fahrlehrer*innen auf Strecke zur praktischen Ausbildung. In 50 Fahrstunden erlernst du das Fahren eines Straßenbahntriebwagens auf der Strecke. Dadurch siehst du in dieser Zeit Magdeburg und das Liniennetz von einer ganz anderen Seite und lernst es teilweise neu kennen. So wird Magdeburg von dir ganz neu erfahren. Du lernst die unterschiedlichen Fahrzeugarten kennen und wirst auf ihnen in der Typenschulung ausgebildet. Nach bestandener Führerscheinprüfung ist es dann so weit: Du darfst das erste Mal mit Fahrgästen durch Magdeburg rollen. Aber keine Angst, die ersten 15 Arbeitsschichten wirst du von erfahrenen Lehrfahrer*innen begleitet. Diese 15 Schichten werden auch Lehrfahrten genannt.  Durch die 15 Lehrfahrten erhältst du die Personenbeförderung. Hier lernst du auch noch einige praktische Tipps zur Fahrt mit Fahrgästen kennen, eine ganz informative Zeit also. Auch das Fahren nach Plan muss noch geübt werden, bei der ersten Lehrfahrt ist niemand pünktlich 😉 und natürlich gilt Sicherheit vor Pünktlichkeit. Nach den 15 Lehrfahrten erfolgt mit unserem Betriebsleiter ein Abschlussgespräch, bei dem die Lehrfahrten ausgewertet werden und du deine Personenbeförderung erhältst.


Die MVB-Fahrschule hat ihr Domiziel auf dem Betriebshof Sudenburg.

Dann ist es so weit: Du bist ein komplett ausgebildeter Straßenbahnfahrer in Magdeburg.

Jetzt kommt unsere Zentrale Personaldisposition – ZPD – ins Spiel. Die freundlichen Kolleg*innen teilen dir deine Dienstschichten zu. Du kannst bei uns rund um die Uhr arbeiten, je nach Personalbedarf natürlich. So braucht es im Nachtdienst natürlich weniger Fahrer als im Früh-, Mittel- oder Spätdienst.

So könnte deine erste Schicht aussehen:

Die ZPD am Telefon sucht den für dich passenden Dienst heraus. Zum Beispiel einen Spätdienst.  So löst du kur vor 15 Uhr an der Haltestelle Leiterstraße Richtung Hasselbachplatz die Linie 9, Zug 2 ab. Im kurzem Ablösegespräch sagt dir die Kollegin, dass der Zug und die Strecke in Ordnung sind. Nun kannst du „deine“ Fahrgäste von A nach B bringen. Um 18.37 Uhr fährst du vom Neustädter See in den Betriebshof Nord ein. Am Einfahrtstelefon des Betriebshofs teilst du dem Betriebshofwart mit, dass dein Triebwagen 1315 keine Mängel hat.


Tobias Buge studentischer Aushilfsfahrer löst an der Haltestelle Verkehrsbetriebe ab.

So weißt dir der Wart Gleis 10 zum Abstellen des Zuges mit. Nun fährst du als Fahrgast mit der Linie 10 zurück in die Stadt, du willst ja noch eine Linie 10 Zug 3 um 20.50 Uhr an der Haltestelle Verkehrsbetriebe Richtung Bahnhof ablösen. Und da kommt er an gerollert: Wagen 1280. Ein T6A2 Altbaufahrzeug. Mit Thyristorsteuerung und einer Pedalsteuerung wie beim Auto. Damit fährst du nun einmal zum Barleber See und nach Sudenburg, um dann in den Betriebshof Nord einzufahren und auf dem Betriebshof Nord dann Feierabend zumachen. Und schon ist deine erste eigene Schicht zu Ende.

Lust bekommen? Dann bewirb dich jetzt als studentischer Aushilfsfahrer.

https://www.mvbnet.de/karriere/stellenangebote/


Ich persönlich bin selbst seit zwei Jahren studentischer Aushilfsfahrer bei den Magdeburger Verkehrsbetrieben und kann dich nur einladen in unser Team von 18 Studierenden der Otto-von-Guericke Universität und der Hochschule Magdeburg-Stendal zu kommen. Der Arbeitsalltag ist spannend und echt abwechslungsreich. Im Fahrdienst ist jeder Tag anders. Der Job ist super mit dem Studium zu vereinbaren. Durch die persönliche Diensterstellung mit der Personaldisposition lässt sich die Arbeit gut um Studium und Freizeit herum planen. Die Kommunikation zwischen den Kolleg*innen ist gut. Die Ausbildung zum Tramfahrer war die spannendste Zeit für mich in Magdeburg. Und jetzt mal unter uns: Die ganze Zeit an Magdeburgs schönen Ecken vorbei zu fahren, ist ja auch was. Mein persönlicher Favorit ist immer noch der Nachtdienst. Zu sehen, wie die Stadt zur Ruhe kommt und wieder erwacht, ist toll. Dabei verirrten Kommilitonen am Alten Markt zu zeigen, wo ihr Nachtbus  oder ihre Nachtbahn steht, macht Freude. Für mich einfach ein perfekter Studi-Job und wie ich finde der beste und Außergewöhnlichste in ganz Magdeburg.



Unser Autor und studentischer Aushilfsfahrer Florian Lüdtke.

Quelle: https://www.mvb-fahrtenschreiber.de/2022/06/19/ohne-uni-viel-bewegen-aus-dem-hoersaal-in-die-tram/

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Re: MVB-Fahrtenschreiber - MVB Ausbildungsblog
« Antwort #52 am: 14. Juli 2022, 20:24:49 »
300 Jahre Stadtteil Werder: 138 davon mit Bimmel

Am Wochenende https://www.dates-md.de/events/300-jahre-erstbesiedlung-werder/ wird die Erstbesiedelung der Magdeburger Stadtinsel Werder, gelegen zwischen der Strom-Elbe und der Alten Elbe, vor genau 300 Jahren mit einem Fest gefeiert. Auch die Linie 77 der IGNah ist im Einsatz https://www.mvbnet.de/diesen-samstag-historischer-strassenbahnverkehr-zu-300-jahre-werder/. Die Akten des Stadtarchivs belegen, dass sich Konrad Schlüter am 16. Juli 1722 als erster auf dem Werder in Magdeburg niederließ. Mit der Straßenbahn gelangte er allerdings nicht auf den Werder, das war erst 162 Jahre später am 12. November 1884 möglich.

Grund genug, einmal genauer auf die Geschichte der Magdeburger Straßenbahn im Stadtteil Werder zu blicken.

Die Magdeburgische Zeitung berichtete, dass vormittags um 10 Uhr die Abnahme der »neuen Straßeneisenbahn-Linie Querstraße resp. Harsdorferstraße bis Ende Großer Werder resp. Friedrichstadt polizeilicherseits« stattfand. »Drei reich mit Guirlanden und Blumen geschmückte Wagen, in welchen sich die Vertreter der Behörden sowie die bei der Bahn finanziell Betheiligten befanden, fuhren die Strecken hin und zurück.« Die Begeisterung muss sehr groß gewesen sein, denn die ab 12 Uhr mittags angekündigte Aufnahme des Linienbetriebs verzögerte sich um einige Zeit.

Zur Orientierung: Die Querstraße ist die heutige Liebermannstraße, die Endstelle Harsdorfer Straße entspricht in ihrer Lage dem heutigen Olvenstedter Platz. In der Friedrichstadt endete die Pferdebahn am Heumarkt, auf dem Werder am »Odeum« in der Gartenstraße/Ecke Weidenstraße.


Die Belegschaft des Depots Wilhelmstadt traf sich hier 1905 zum Gruppenfoto

Die Pferdebahn von der Wilhelmstadt (heute Stadtfeld) zum Werder und in die Friedrichstadt (heute Brückfeld) kam erst auf massive Intervention der Bürgerinnen und Bürger zustande. Während von Sudenburg und Buckau die Pferdebahnen der »Magdeburger Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft« M.S.E.G. bereits seit 1877 über den Breiten Weg zur Neuen Neustadt fuhren und Rendite für die Aktionäre erwirtschafteten, hatte die Pferdebahngesellschaft kein Interesse an einer Ost-West-Linie. Sie befürchtete finanzielle Verluste.

Erst mit Volldampf, dann unter Strom

Englische Investoren hingegen witterten ein Geschäft. Im festen Glauben an eine gewinnbringende Investition wurde im Herbst 1884 die »Magdeburg Tramways Company Limited« M.T.C. in Warwick gegründet. Ihre im gleichen Jahr eröffneten Pferdebahnlinien konnte die »Trambahn« jedoch tatsächlich nicht rentabel betreiben, erst die Dampfbahn, die seit 1886 vom Heumarkt in den Herrenkrug fuhr, konnte die Verluste verringern. Weil im englischen Warwick die finanzierende Bank schon 1887 in die Pleite zu schlingern drohte, wurde für die »Magdeburg Tramways Company Limited« dringend ein Käufer gesucht.



Für die Berliner »Union-Elektricitäts-Gesellschaft« U.E.G. eröffnete sich mit einem möglichen Kauf der M.T.C. die Chance, einen kompletten Pferdebahnbetrieb auf elektrischen Betrieb umstellen und damit den Absatz der eigenen elektrotechnischen Erzeugnisse sichern zu können. Offensichtlich machte die U.E.G. den englischen Aktionären der M.T.C. ein so unwiderstehliches Angebot, dass sie dem Verkauf ihre Zustimmung gaben.

Nach der Konzessionierung des elektrischen Straßenbahnbetriebs für Magdeburg im Mai 1899 ging die U.E.G. sofort an die Vollendung der bereits laufenden umfangreichen Bauarbeiten. Die Stadt hatte zuvor die Fusion der beiden Pferdebahngesellschaften zu einem Unternehmen zur Bedingung gemacht. Am 17. Juli 1899 fand die feierliche Eröffnungsfahrt der elektrischen Straßenbahn der neuen MSEG in Magdeburg statt – und zwar auf den Ost-West-Linien der ehemaligen »Trambahn«. So kam es, dass die ersten elektrisch betriebenen Linien auf den Werder bzw. über den Werder zum Heumarkt führten.

Im Jahre 1913 führten beachtliche vier Straßenbahnlinien auf bzw. über den Werder:


-    Linie 3: Diesdorfer Straße – Friedrichstadt
-    Linie 4: Olvenstedter Straße – Werder
-    Linie 6: Rathaus – Herrenkrug
-    Linie 8: Olvenstedter Straße – Agnetenstraße

Die Linie 8 wurde 1928 auf den Abschnitt Hauptbahnhof – Werder verkürzt und 1930 eingestellt.

Die einstige Ringlinie 7 erwies sich als unrentabel, der Abschnitt am Elbufer wurde aufgegeben. Ab 1921 verkehrte die »7« von der neuen Endschleife Buckau über Hasselbachplatz weiter auf ihrem innerstädtischen Streckenteil über Hauptbahnhof und Staatsbürgerplatz (heute Universitätsplatz) zum Werder.


In den 1930er Jahren fuhr die Linie 7 vom Hauptbahnhof über den Staatsbürgerplatz (heute Universitätsplatz) von Norden kommend auf den Werder. Das nur mit erheblichem Beschnitt erhaltene historische Foto wurde in eine heutige Ansicht der Ecke Mittelstraße/Kahnstraße montiert

Ab 1930 fuhr die »7« nur noch auf dem Abschnitt Hauptbahnhof – Werder und wurde am 31. Oktober 1939 stillgelegt. Damit endete nach 40 Jahren der elektrische Straßenbahnverkehr auf dem Werder.

Nur noch im Bereich des heutigen Strombrücken- und des Nordbrückenzuges tangieren nach wie vor Straßenbahnen den Werder – die Linien 4 und 6.

Von Ralf Kozica,  Verein IGNah e. V.
Fotos: Sammlung Ralf Kozica

Quelle: https://www.mvb-fahrtenschreiber.de/2022/07/14/300-jahre-stadtteil-werder-138-davon-mit-bimmel/

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Re: MVB-Fahrtenschreiber - MVB Ausbildungsblog
« Antwort #53 am: 20. Juli 2022, 15:19:45 »
Wenn das Schrauben einfach Spaß macht: Ausbildung zur Mechatronikerin

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe kennt man als Fahrgast vor allem aufgrund der Busse und Bahnen, mit denen man im Alltag so unterwegs ist. Etwas im Verborgenen bleibt da das vielschichtige System aus den anderen Bereichen, die jeden Tag dafür sorgen, dass es sowohl auf der Straße, als auch auf der Schiene rollt.

Den wertvollsten Beitrag dazu leisten natürlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die, nicht nur am Steuer der Fahrzeuge, sondern beispielsweise auch in der Verwaltung, dem Kundenzentrum und den Werkstätten, für einen guten Nahverkehr in Magdeburg sorgen. Heute möchte ich euch den Ausbildungsberuf zum Mechatroniker bzw. zur Mechatronikerin näher vorstellen. Warum ich gerade Wert auf korrekte Gendersprache gelegt habe? Weil sich immer mehr junge Frauen für die technischen Berufe bei der MVB interessieren. Eine von Ihnen soll heute Pate stehen für diesen Beitrag: Jazzy Bierstedt. Gemeinsam mit einer weiteren Kollegin absolviert sie derzeit die Ausbildung zur Mechatronikerin. In ihrem Jahrgang sind es insgesamt vier junge Leute, die diesen Beruf bei der MVB erlernen.

Von der Schulbank in die Werkstatt

Schon in der Schule merkte sie, dass sie sich für Technik, insbesondere für Metallarbeiten, interessiere, erzählt mir Jazzy, als ich sie im Busbetriebshof in Sudenburg treffe. „Mir macht das Schrauben einfach Spaß“, sagt die junge Frau mit einem leuchten in den Augen. Auf die MVB als Ausbildungsbetrieb sei sie dann über eine Jobmesse in der Stadt aufmerksam geworden. „Großer Betrieb, sympathische Lehrausbilder und eine gute Ausbildungsvergütung, da stand meine Entscheidung schnell fest, mich hier im Unternehmen für eine Ausbildung zu bewerben“, lacht sie.



Bereits seit 2019 erlernt Jazzy Bierstedt den Beruf zur Mechatronikerin. Bisher lernte sie die Straßenbahnwerkstatt im Betriebshof in Rothensee und die Buswerkstatt in Sudenburg kennen. Sie merkte schnell, dass ihr Herz für Busse schlägt: „Auf dem Busbetriebshof gefällt es mir richtig gut. Vor allem die mechanischen Reparaturen an den Niederflurbussen machen Spaß. Und als Mechatronikerin kann ich auch an den elektronischen Systemen der Fahrzeuge arbeiten“, berichtet sie stolz.

Männerdomäne war gestern

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Alexandra Bornschein, die ebenfalls die Ausbildung durchläuft, arbeitet sie einem Beruf, der gemeinhin als Männerdomäne gilt. Die beiden sind bisher die einzigen Frauen in der Buswerkstatt. „Ist das nicht merkwürdig?“, frage ich sie.

„Am Anfang war es für die Kollegen schon ungewohnt, dass plötzlich zwei Azubinen vor ihnen standen. Mittlerweile gehören wir aber fest zum Team und ich glaube, es macht auch einfach keinen Unterschied mehr. Wir müssen genauso alles machen, wie unsere männlichen Kollegen auch. Sollte aber mal ein Teil zu schwer für mich sein, kann ich natürlich um Hilfe beim Tragen bitten“, erzählt Jazzy Bierstedt.

Frau oder Mann – das ist also gar kein Thema hier in der Werkstatt. Jeder kann sich wohlfühlen und wird anhand seiner Arbeitsleistung gemessen, wird mir in unserem Gespräch klar. „Alle Kollegen geben sich viel Mühe bei der Ausbildung. Als Auszubildende kann ich immer Fragen stellen und bekomme auch hilfreiche Antworten“, sagt sie. Vor allem gefiele ihr, dass die Tätigkeiten so abwechslungsreich seien und jeder Tag neue Überraschungen bereit hielte. Mal muss sie einen Unfallschaden reparieren und die Karosserie ausbessern, mal einen Reifen oder die Glühkerzen wechseln. Die Aufgaben als Mechatronikerin sind vielseitig. Systemdiagnose und Fehlerbehebung, Ventile und Leitungen prüfen oder Arbeiten an der Abgasanlage eines Busses durchführen – all das gehört dazu. Das Hände schmutzig machen natürlich auch.



Nach dem Ausbildungsende werden wohl alle vier Auszubildende ihres Jahrgangs  bleiben, denn bei guten Noten gibt es eine Übernahmegarantie. So bekommen junge Menschen schon frühzeitig eine sichere Zukunftsperspektive im Unternehmen. Jazzy Bierstedt will nach ihrer Ausbildung auf jeden Fall weiter auf dem Busbetriebshof Busse instand halten, erzählt sie mir am Ende unseres Gesprächs.

Aktuell lernen rund 60 Auszubildende, darunter beispielsweise Fachkräfte im Fahrbetrieb, Gleisbauer:innen, Mechatroniker:innen und Kaufleute im Verkehrswesen, bei der MVB.

Alle Informationen rund um die Ausbildung bei der MVB sind im Internet unter www.mvbent.de/ausbildung und natürlich bei den Expertinnen und Experten am Telefon unter 0391 548 1344 und -5554 erhältlich.

Bis zum nächsten Mal

Euer Johannes

Quelle: https://www.mvb-fahrtenschreiber.de/2022/07/20/wenn-das-schrauben-einfach-spass-macht-ausbildung-zur-mechatronikerin/

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Re: MVB-Fahrtenschreiber - MVB Ausbildungsblog
« Antwort #54 am: 27. Juli 2022, 15:20:25 »
Rot-Gelbe Einsatzkluft und Vierbeiner in der Linie 9: Rettungshundetraining in der Bahn

Da staunten die Fahrgäste der Linie 9 nicht schlecht, als sechs Rettungshundeteams an der Haltestelle Börde-Park in die Straßenbahn zustiegen. Robert Kannemann überprüft nochmal den Sitz des Maulkorbes bei seinem zweijährigen Labrador „Muffin“ und los geht’s: Einsteigen, hinsetzen und gespannt sein, wie die Vierbeiner reagieren.

„Die Hunde müssen auch in Extremsituationen einsatzfähig sein, bei Menschenansammlungen funktionieren und am Ende einfach ihren Job tun“, erklärt Marcel Schulze, stellvertretender Leiter des Rettungshundezuges des Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Magdeburg e. V (ASB), diese besondere Übung.
Denn wenn der Rettungshundezug alarmiert wird, geht es immer um Menschenleben: Vermisste, suizidgefährdete oder verwirrte Personen. Die Hundeteams verstärken in solchen Fällen die Suchtrupps.


Trainings-Treffpunkt Haltestelle Bördepark: Der Rettungshundezug des ASB Magdeburg probte das Fahren mit der Straßenbahn.

Damit im Ernstfall auch alles klappt und der Vierbeiner fit ist für die Personensuche, muss regelmäßig trainiert werden. Die 19 Mitglieder des ASB-Rettungshundezuges treffen sich deshalb zwei Mal wöchentlich, um Flächensuche, Mantrailing und Gehorsam zu festigen. Gerade die spezialisierten Personenspürhunde (Mantrailer) müssen sehr viele Gerüche unterscheiden können. Deshalb wird Abwechslung bei den Trainings großgeschrieben und immer neue Orte ausgesucht: Vom vereinseigenen Übungsgelände über Kiesgrube, Waldgebiet bis hin zum Hochschulstadtteil oder Park. Oder eben auch die Straßenbahn. Dank der unkomplizierten Kooperation mit der MVB konnte eines der Trainings im Juli hier stattfinden.

Um generell städtisches Leben vor die „Spürnase“ zu kriegen, ging es im Anschluss durch die Innenstadt, über den Alten Markt, ins Allee-Center und anschließend in gut besuchten Hauptbahnhof. Im Einkaufszentrum warteten noch das Fahren mit der Rolltreppe und dem Aufzug auf die ausgebildeten Hunde.
„So gewöhnen wir die Hunde an den Trubel, die Gerüche in der Stadt und können sichergehen, dass die Tiere auch hier im Einsatz ihre Aufgabe erfüllen“, sagt Marcel Schulze.


Einsteigen und Platz nehmen: Die Mitglieder des ASB-Rettungshundezuges Magdeburg absolvierten ihr wöchentlichen Trainings dank der MVB in der Straßenbahn.

Übrigens kamen an diesem Tag drei Hundeteams direkt aus dem Einsatz zum Training. Denn in der Nacht zuvor wurde die Rettungshundestaffel alarmiert, um eine vermisste Person zu suchen. Und auf dem Weg zurück zum Börde-Park wurde die Probe plötzlich zum Ernstfall: Die ausgebildeten Sanitäter mussten Erste Hilfe leisten. In der Straßenbahn hatte ein Fahrgast Kreislaufprobleme. Gekonnte Handgriffe, ein schnell reagierender MVB-Mitarbeiter und der flugs gerufene Rettungswagen sorgten dafür, dass dem Fahrgast zum Glück schnell geholfen werden konnte.

Mehr zur Abeit des ASB findet ihr hier.https://www.asb-magdeburg.de/

Quelle: https://www.mvb-fahrtenschreiber.de/2022/07/27/rot-gelbe-einsatzkluft-und-vierbeiner-in-der-linie-9-rettungshundetraining-in-der-bahn/

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Re: MVB-Fahrtenschreiber - MVB Ausbildungsblog
« Antwort #55 am: 10. August 2022, 18:15:56 »
Ein Tag auf der „Bimmel“: Aus dem Alltag eines Straßenbahnfahrers

So sieht ein Tag im Leben eines Straßenbahnfahrers aus.

Einen Tag lang konnte ich einem Kollegen bei der Arbeit über die Schulter schauen, denn als Lehrfahrer darf ich angehende Straßenbahnfahrerinnen und -fahrer bei ihren ersten Fahrten mit Fahrgästen begleiten. Mehr Hintergründe zu diesen sogenannten „Lehrfahrten“ https://www.mvb-fahrtenschreiber.de/2020/08/03/ausbildungsende-lehrfahrten-und-abschlussgespraech/ hatte ich euch hier schon mal aufgeschrieben. Heute will ich euch aber einen Einblick geben, wie der Arbeitsalltag eines Straßenbahnfahrers aussieht.

Dienstvorbereitung auf dem Betriebshof

Der Arbeitstag begann pünktlich um 6:21 Uhr auf dem Betriebshof in Westerhüsen. Der Tag ist noch frisch und trotzdem ist die große Wagenhalle fast leer, denn die meisten Bahnen sind schon seit dem Betriebsbeginn gegen halb vier Uhr morgens im Streckennetz unterwegs. Wir haben also eher einen „späten“ Frühdienst zugeteilt bekommen. Für Menschen in anderen Branchen wäre Dienstbeginn kurz vor halb 7 aber immer noch eine Uhrzeit jenseits von Gut und Böse 😉



Der erste Gang führt am Morgen jedoch nicht zur Straßenbahn, sondern in ein Büro im Depot: Das der Betriebshofwarte. Hier Arbeiten die Kolleginnen und Kollegen rund um die Uhr und planen die Einsätze der einzelnen Fahrzeuge auf dem Betriebshof. Dabei haben sie auch immer den Überblick, welche Bahn zur Durchsicht soll, welche Fahrzeuge auf welcher Linie fahren und natürlich wo sie auf dem Betriebshof abgestellt sind. Das ist übrigens jeden Tag anders. Ein Zug fährt also nicht immer auf der selben Linie.
„Gleis 7, gleich vorn an, die 1337!“ erhielten wir als Information vom Betriebshofwart, zusammen mit den Fahrplanunterlagen und dem Wagenbegleitschein.
Erstere dienen als zeitliche Orientierung, denn darauf sind alle Abfahrten von den Endstellen aufgelistet. Hilfreich, falls der Bordrechner eine Störung hat und keine Zeiten anzeigen sollte. Zweiteres ist eine Art Notizzettel, auf dem sich jeder Fahrer und jede Fahrerin einträgt, die das Fahrzeug fahren. Auf diesem Schein werden Wagenmägel, Störungen und Schäden notiert. Beide Unterlagen verbleiben auf dem Fahrzeug, bis dieses am Ende des Betriebstages wieder in das Depot zurückkehrt.

Zugkontrolle vor der Abfahrt

Am Zug angekommen, führen wir zunächst eine Funktionskontrolle durch. Bremssandvorrat, Beleuchtung, Türen und Beschilderung der Zielanzeigen passierten die wachsamen Blicke meines Kollegen. Mängel gab es keine und so ging es kurze Zeit später „auf Strecke“. Zur vorgegebenen Abfahrtszeit verließen wir die große Halle und fuhren zur ersten Endstelle. In diesem Fall ein kurzer Weg, denn wir starteten als Linie 2 an der Endstelle in Westerhüsen.



Immer der Linie 2 entlang

In den folgenden 45 Minuten empfingen wir unsere Fahrgäste und fuhren vorbei an den Industrieanlagen im Süden, durch den neu gestalteten Abschnitt zwischen dem Thiemplatz und dem Gesellschaftshaus in Buckau, über den Hasselbachplatz und durch den Nordabschnitt des Breiten Weg in der Innenstadt, über den Campus der Universität, bis schließlich hinter dem Norbertusgymnasium die Endstelle in der Alten Neustadt erreicht war. Kaffeegeruch strömte hier in den Wagen – die Nähe zur Kaffeefabrik von Röstfein war mit der Nase erlebbar.
Doch eine Pause gab es für uns Straßenbahnfahrer nicht: Nachdem der letzte Fahrgast den Wagen verlassen hatte, stand die obligatorische Kontrollrunde an. Wurden Gegenstände im Wagen vergessen? Liegt Grobmüll herum? Funktioniert noch alles? Muss der Bremssand nachgefüllt werden? Danach blieb noch ein wenig Zeit für den Gang zum WC und schon stand schon die Rückfahrt in Richtung Westerhüsen an.


Bremssand muss an der Endstelle aufgefüllt werden.


Volle Konzentration ist beim Fahren gefragt.



Zeit vergeht wie im Flug, Pause aber auch

Knapp zwei Stunden nach unserer ersten Abfahrt standen wir wieder vor dem Betriebshof Südost. Diesmal mit deutlich mehr Zeit in der Wendeschleife, sodass nach der Runde durch den Wagen auch Gelegenheit blieb, etwas zu Essen. So verging die Zeit sehr schnell, denn durch die vielen Eindrücke, die man unterwegs sammelte, veränderte sich das Zeitgefühl deutlich. Zwei Runden auf der Linie 2 entsprachen knapp vier Stunden Arbeitszeit. Bei der MVB sind die Fahrdienste, so nennt man die Arbeitsschichten, in Blöcke gegliedert: Fahrdienst – Pause – Fahrdienst. So kommen die Fahrerinnen und Fahrer auch mal zum Abschalten, denn im Gegensatz zu früheren Zeiten verbringen sie in der Regel keinen ganzen Tag mehr auf dem Wagen. So wurden wir zum Mittag an der Haltestelle Leiterstraße von einem netten Kollegen abgelöst und übergaben unsere Straßenbahn ohne Mängel. Anschließend ging es zu Fuß in die Hauptverwaltung der MVB in der Otto-von-Guericke-Straße, denn dort gibt es einen großen Pausenraum für uns Mitarbeitende. Dieser wurde im letzten Jahr umfassend renoviert, sodass dort nun sogar gekocht werden kann. Wer aber mal abschalten möchte, kann auch das tun: In einem separatem Ruhebereich laden gemütliche Sessel zum relaxen ein.



Nach gut einer Stunde ging es für uns aber wieder los. Die nächste Fahrdienstschicht wartete auf uns..
Übrigens: Die MVB sucht laufend neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Fahrdienst – sowohl im Bus- als auch im Straßenbahnbereich. Informationen dazu findet ihr hier https://www.mvbnet.de/karriere.

Bis zum nächsten Mal.
Euer Johannes

Quelle: https://www.mvb-fahrtenschreiber.de/2022/08/10/ein-tag-auf-der-bimmel-aus-dem-alltag-eines-strassenbahnfahrers/

 

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