Autor Thema: Streckenverlängerung der Straßenbahn nach Ottersleben  (Gelesen 466 mal)

Offline NGT8D

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Streckenverlängerung der Straßenbahn nach Ottersleben
« am: 13. September 2018, 06:48:18 »
Langsam nehmen die politischen Diskussionen fahrt auf.

Dabei ist zunächst erstmal zu klären, wie weit eine mögliche Straßenbahntrasse führen soll und welcher Trassenverlauf dabei bevorzugt wird.
Entsprechende Flächen wurden hierbei soweit es möglich war freigehalten für eine entsprechende Baumaßnahme.

Dem Beginn macht natürlich erstmal eine Wirtschaftlichkeitsprüfung, die nunmehr beauftragt werden soll.

http://ratsinfo.magdeburg.de/getfile.asp?id=558530&type=do&

Quelle: Printausgabe des MD VS vom 12.09.2018 und http://ratsinfo.magdeburg.de/vo0050.asp?__kvonr=228193&voselect=120434

« Letzte Änderung: 13. September 2018, 06:53:09 von NGT8D »

Offline ex-magdeburger

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Re: Streckenverlängerung der Straßenbahn nach Ottersleben
« Antwort #1 am: 13. September 2018, 13:04:16 »
Die Straße "Unter der Georgshöhe" ist die Straße, die exakt an der Klinke Richtung Lemsdorf verläuft. Der Kartendienst eines großen amerikanischen Internetanbieters hat den Namen gar nicht eingetragen, da musste mir erst OpenStreetMap behilflich sein.
Grundsätzlich finde ich den Gedanken gut, gerade auch im Bezug auf die Bauarbeiten an der Endstelle Sudenburg. Allerdings finde ich man sollte Kotzen nicht kleckern. Weite Teile Otterslebens kommen erst hinter der Klinke. Eben Nachgeschaut: Die Klinke ist in die Stadtteilsgrenze  zwischen Sudenburg und Ottersleben. Die Straßenbahn würde also gar nicht nach Otterleben reinfahren und der Antrag ist für mich damit ein ganzes Stück ein PR-Gag.
Unabhängig davon: Wie gesagt, ich finde die Idee grundsätzlich gut (im Zielnetz 2020+ sollen 3 Linien in Sudenburg enden, man könnte sicher mindestens eine davon verlängern). Bis zur Straße "Unter der Georgshöhe" könnte der erste von zwei oder drei Bauabschnitten sein. Meinetwegen auch als vorläufige Endstation, die dann später als Zwischenschleife genutzt werden könnte (vllt. auch in Ersetzung der Blockumfahrung am Kroatenweg).
« Letzte Änderung: 13. September 2018, 14:18:25 von ex-magdeburger »

Offline Michael

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Re: Streckenverlängerung der Straßenbahn nach Ottersleben
« Antwort #2 am: 13. September 2018, 22:45:07 »
Die Straßenbahn nach Ottersleben ist ja an sich eine schwierige Sache. Die Idee bis zur Georgshöhe zu fahren erinnert mich an Olvenstedt welches noch nie eine Tram gesehen hat, nur dass eben Ottersleben noch mal ein ganzes Stück größer ist. Geradeaus bis hinter die Königsstraße mach schon Sinn. Zum Ortzentrum Eichplatz kann aufgrund der Enge dort leider niemals eine Straßenbahn fahren. An der Haltestelle Wanzleber Chaussee gäbe es Anschluss an den Bus zum Bördepark bzw. Birnengarten, Sonnenanger und Eichplatz.
Ich befürchte, eines der Hauptprobleme könnte die etwas zu schmale Halberstädter Chaussee im Ortsbereich sein. Ein eigener Bahnkörper für den es mehr oder überhaupt Fördermittel gibt ist dort nur schwer bis gar nicht umsetzbar. Von mir aus könnte die Bahn auch im Straßenraum mitfahren. Ob jetzt ein Bus oder eine Tram vor mir Fahrgastwechsel macht kommt aufs Selbe hinaus. Dieses heiße Eisen scheint man aber in MD nicht gerne anzufassen.
Fakt dürfte auch sein: mit Busparallelverkehr würde man die Wirtschaftlichkeitsprüfung nicht schaffen. Der 53er und 54er sollten dann als Quartierbuslinie(-n) innerhalb Otterslebens verkehren.

Offline ex-magdeburger

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Re: Streckenverlängerung der Straßenbahn nach Ottersleben (+ Ideen zum Bus)
« Antwort #3 am: 14. September 2018, 11:48:29 »
Mag sein, dass es für dich als Autofahrer keinen Unterschied macht ob du hinter einer Bahn oder einem Bus wartest. Allerdings macht es für die meisten (naja, zumindest für einige) Leute schon einen Unterschied ob die Umsteigefrei in die Innenstadt kommen können. Vllt. überlegst du dir auch einmal öfter "Och. Heute nehme ich die Bahn." ;)
Ich denke die Strecke wird leichter durchsetzbar, wenn man die in einem Rutsch "bis hinten durchzieht". Sollte man erstmal nur ein Teilstück bauen, könnte es zu einem gewissen St. Floriansprinzip kommen: Da würden Leute die in der Nähe der Straße Georgshöhe wohnen (und zu Fuß zu Straßenbahn können), protestieren, weil die keine Baustelle vor der Tür haben wollen, und wieder anderen ist es dann plötzlich egal, weil die ja schon ihre Straßenbahn haben.
Da wären wir bei einem weiteren Thema: Neuordnung des Busnetzes im Südwesten, wenn die Straßenbahn kommt. Ich sowieso davon aus, dass man den 54er an der Braunlager Straße enden und beginnen lässt, sobald die Straßenbahnstrecke in der Raifeisenstraße fertig ist.
Wenn jetzt die Strecke nach Ottersleben gebaut wird, könnte ein Überliegeplatz für einen Bus am Karl-Liebknecht-Platz gebaut werden. Da würden dann die Busse von der Brenneckestaße aus kommend enden.
Außerdem könnte man eine der beiden durch Lemsdorf fahrenden Linien über die Ballenstädter und Gernröder Straße zum Eichplatz führen. Jetzt mag man einwenden, das die Straßen dort in der Gegend zu eng/verwinkelt sind um die Idee umzusetzen. Stimmt. Aber: Vor einiger zeit habe ich gelesen, dass zwischen Gernröder Straße und Am Nordenfeld ein Neubauviertel entstehen soll. Es wäre in dem Zusammenhang sinnvoll, wenn man dann gleich eine Straße baut, die breit genug für den Bus ist. Dann kann weiter über Königsweg und Frankefelde zum Eichplatz gefahren werden (oder besser noch ein Stück weiter, zur Halberstädter Chaussee, zur dann fahrenden Straßenbahn).
Und wie du schon richtig geschrieben hast: Der 53 und 54 könnten zu einer Linie zusammengefasst werden und erstmal alles innerhalb Otterslebens abfrühstücken, was zu weit von der Magistrate entfernt ist, um dann zum Bördepark zu fahren.
Wenn ich jetzt am ganz großen Rad drehe, würde ich sogar in den Raum werfen, die Ottersleber Strecke gleich zum Bördepark zu führen (um es dort an die Infrastruktur der 9 anzuknüpfen). Neben Vorteilen im Netz hätte das auch den Vorteil, dass der Bördepark auch dann noch vernünftig an den Rest der Stadt angebunden ist, wenn auf der Leipziger Str./Ch. irgendetwas los ist.

Bis wo hin auch immer die Strecke geht (sofern sie erstmal die Kilnke überwindet): Da ist ein dickes Brett zu bohren und ich habe den Eindruck, dass sich die Initiatoren dieses Antrags das nicht trauen. Erst hinter der Klinke wird es schwierig. Davor ist zum einen die Trasse freigehalten (Brenneckestaße bis Aßmannstraße) oder einfach nur Acker (Aßmannstraße bis zur Klinke). Also ich finde den Antrag grundsätzlich gut, nur liest sich das für mich wie ein Wahlkampfmanöver. Es wird zwar etwas angepackt, aber um nirgendwo anzuecken, kommt ein halbgarer Kompromiss raus. Wenn man jetzt erstmal anfängt und die schwierigen Abschnitte aufspart, wird dass später auch nichts.

Offline NGT8D

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Re: Streckenverlängerung der Straßenbahn nach Ottersleben
« Antwort #4 am: 14. September 2018, 15:53:14 »
Zum Thema Streckenverlängerung gibt es auch ein Statement des Fahrgastverbandes

Als Fahrgastverband Magdeburg befürworten wir ausdrücklich die Verlängerung der Straßenbahnverbindung von Sudenburg nach Ottersleben. Durch die gestiegenen Einwohnerzahlen in Ottersleben ist dort ausreichend Fahrgastpotenzial vorhanden. Das haben wir auch in unserer Stellungnahme zum Nahverkehrsplan der Stadt Magdeburg Anfang des Jahres deutlich gemacht. Jetzt ist es wichtig, dass dieses Projekt ernsthaft vorangebracht wird und nicht nur als Wahlkampfthema herhalten muss. Und noch etwas ist uns wichtig: Verwaltung und MVB müssen lernen, in Zukunft beides gleichzeitig zu tun: neue Strecken zu planen und bauen UND das Bestandsnetz der MVB erhalten und sanieren.

Quelle: https://www.facebook.com/fahrgastverbandmd/photos/a.858598074247792/1800949736679283/?type=3&theater

Offline Michael

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Re: Streckenverlängerung der Straßenbahn nach Ottersleben
« Antwort #5 am: 14. September 2018, 16:42:12 »
Hallo ex-Magdeburger,
nicht dass wir aneinander vorbeireden. Ich möchte die Ottersleber Straßenbahn unbedingt. Du hast ja richtig geschrieben die Leute würden eher mal die durchgehende Bahn nehmen statt dem Auto. Ich halte es übrigens wie Bruno Maccallini mit dem Autofahren.
Meine Befürchtung ist das eine Sperrung der Halberstädter Chaussee über viele Monde eher dazu führen wird, dass die Otterslebener sich aus Wut Richtung Bördekreis ausgemeinden lassen wollen  ;) . Im Ernst, das ist eine riesige Baumaßnahme die schneller abgewickelt werden müsste als sonst üblich.
Mit der Linie 54 wirst Du recht haben. Ob der 57/58er jedoch gerade am Liebknechtplatz* wenden muss sehe ich nicht so. Der Lemsdorfer will schließlich auch zu Kaufland.
Eine Streckenverlängerung bis zum BöPa lohnt sich meiner Meinung nach nicht und ich wüsste auch nicht wie die Bahnen um die Kurve in die Königsstraße kommen sollten. Im Moment fährt auf der Achse eine Buslinie im 20 Minutentakt und ich meine mal gelesen zu haben das erst eine Buslinie im 10er-Takt Straßenbahnwürdig wäre.
Eine Buslinie Harzburger Straße - Eichplatz - Wanzleber Chaussee wäre ein Fall für die Sprinterbusse und wäre im Netzplan wohl mit einer ganz dünnen gestrichelten Linie an der "Mo-Sa Mittag" stünde eingetragen. Da muss man wissen ob man es braucht.

Hallo NGT8D: der letzte Satz triff genau des Pudels Kern. :'(

* der Liebknechtplatz: ich verstehe bis heute nicht wer sich die Verkehrsführung dort ausgedacht hat. Die Linksabbieger zur Ernst-Toller-Straße kommen sich mit denen zur Brenneckestraße ins Gehege. Es besteht Handlungsbedarf. Einfach mal Probieren die Einbahnstraße im Uhrzeigersinn um den Platz führen und so die Einfahrt zur Ausfahrt machen.

Offline ex-magdeburger

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Re: Streckenverlängerung der Straßenbahn nach Ottersleben
« Antwort #6 am: 17. September 2018, 11:59:24 »
Hallo Michael:
Meiner Beobachtung ist es nicht so, dass es an der Braunlager Straße eine Völkerwanderung vom 57/58 Richtung Kaufland gibt. ;) Ich halte es außerdem für keine gute Idee den Bau neuer Umsteigepunkte an ein privates Unternehmen auszurichten. Mal abgesehen, dass auch der Abschnitt Kroatenweg - Braunlager Straße neugebaut würde. Man könnte es so machen, dass direkt vor dem Eingang Kauflands die (neue) Haltestelle ist. So als Kompromiss zwischen uns beiden.  :) Der Liebknechtplatz würde sowieso umgestaltet und es müsste natürlich so sein, dass die Wege so kurz wie nur möglich sind, also Bus und Bahn müssten an der selben Bahnsteigkante halten. Das ist dann bei einer Planung, die mit einem weißen Blatt Papier beginnt, kein Zauberwerk. Platz genug dürfte am Liebknechtplatz vorhanden sein.
Zur Kreuzung Königstraße/Halberstäder Chaussee: Mag sein, dass die im Moment zu eng ist, allerdings kommen die Straßenbahnen auch am Innenministerium in die Leipziger Straße. Wenn es nicht passt, muss man die Kreuzung eben etwas größer machen, oder sich noch etwas anderes einfallen lassen (also eine Linienführung die woanders abbiegt). Das ist genau eine dieser Ecken die ich mit: "Es wird zwar etwas angepackt, aber um nirgendwo anzuecken, kommt ein halbgarer Kompromiss raus.", meinte.
Ja, es kann sein, dass es sich nicht lohnt: Aber ich möchte dazu bitte belastbare Zahlen sehen. Dazu müsste der Stadtrat aber erstmal eine Untersuchung in Auftrag geben.
Zum Einen: Wenn ich das richtig auf dem Schirm habe, fuhr die 54 früher auch nur alle 20 Minuten zum Bördepark, bevor die 9 gebaut wurde. Zum Zweiten: So absolut "Ein Bus kann erst ab einem 10-Minuten-Takt ersetzt werden.", kann ich das nicht stehen lassen. Zum einen sind dort Gelenkbusse im Einsatz, zum anderen darf man auch die Netzwirkung nicht außer acht lassen und zum dritten: Es gäbe mehr (betriebliche) Flexibilität. Wie gesagt: Ich würde es auf eine Untersuchung ankommen lassen. Und wenn mich das Ergebnis der Untersuchung förmlich auslacht und den ausgesteckten Mittelfinger zeigt, würde ich für immer schweigen. :)
Das mit der Buslinie Lemsdorf - Ottersleben, würde im Moment sicher kaum Potenzial haben. Wenn allerdings in Ottersleben der Acker an der Gernröder Straße bebaut wird und es an der weiteren Streckenführung eine Straßenbahn (zum Bördepark ;) ) gibt, könnte das durchaus Potenzial für einen 20-Mintentakt geben.
Wie angedeutet: Der 58 könnte von Lemsdorf hoch nach Otterleben fahren, dann zum einen die (vorhandene) Straßenbahn, sowie das Wohngebiet am Birnengarten anbinden, also die Schleife der 53 fahren. Es würde also eine Linie Salbke - Hopfengarten - Reform - Lemsdorf - Ottersleben geben. Im Grunde gibt es diese Linie betrieblich schon heute, nur dass der 53/58 nicht mehr über Sudenburg fahren würde. Die Verbindung Lemsdorf - Sudenburg würde weiterhin durch den 57 abgefühstückt werden.