Autor Thema: Tunnel Ernst-Reuter-Allee / Damaschkeplatz  (Gelesen 80800 mal)

Offline ex-magdeburger

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Re: Tunnel Ernst-Reuter-Allee / Damaschkeplatz
« Antwort #360 am: 05. Juni 2019, 13:03:23 »
Noch über 3 Jahre scheint mir irgendwie ziemlich lang, wenn man bedenkt, dass jetzt schon der Aushub läuft. Das Betonieren von Tunnelsohle und Tunnelwänden dürfte doch kaum 3 Jahre dauern. Wenn man bedenkt, dass der Tunnel ursprünglich 2019 fertig gestellt werden und während der Bauzeit der Verkehr durch die Baustelle aufrecht erhalten werden sollte, dann scheint bei der Planung die Bauzeit, vorsichtig ausgedrückt, bewusst klein gerechnet worden zu sein oder das Bauunternehmen baut extra langsam, um möglichst lange etwas von der Baustelle zu haben ;).

Ja, die Versprechungen die zum Tunnel gemacht wurden, stimmen vorne und hinten nicht. Das Fängt schon an bei "die Straßenbahn, kann immer fahren, bis auf wenige Ausnahmen.", und hört bei der Dauer noch lange nicht auf. Eigentlich waren vier Jahre geplant, jetzt sind diese vier Jahre schon rum und wir sind mindestens bei sieben. Wobei diese sieben bestimmt auch schon zwei Jahre (öffentlich) im Gespräch sind. Wer weiß wie lange intern schon davon die Rede war... Die Firma hat also mehr oder weniger angefangen und wusste schon kurze Zeit später, dass der Zeitplan nicht passt.

Das bedeutet dann ja auch, dass BA4 und 5 nicht vor Ende 2022 befahren werden können, wenn die Überfahrt über die Albert-Vater-Straße nicht gebaut werden darf, bevor der Tunnel freigegeben ist. Obwohl das der MVB womöglich ganz recht ist, da BA5 immer noch in der Planfeststellung ist und dort mit dem Planfeststellungsbeschluss erst am Ende des Jahres gerechnet wird. Außerdem besteht dann dort ja noch die Gefahr, dass besonders re­ni­tente Anwohner ihre Drohung wahr machen und gegen den Planfeststellungsbeschluss klagen und unter Umständen dann der Baubeginn sich noch weiter verzögert (auch wenn die Klage selbst keine aufschiebende Wirkung hätte).

Ich habe zunächst diese Argumentation auch geschluckt. Was mir aber in den Sinn gekommen ist: Die Gärten an der B1, die für den BA4 benötigt wurden, sind schon lange beräumt. Warum baut auf der Fläche nicht eine provisorische Straße und baut auf der eigentlichen (dann gesperrten) B1 erstmal die Straßenbahn? Natürlich ist das alles etwas eng und nicht so einfach, da die Ringauffahrt berücksichtigt werden muss, aber ich als Laie denke das es Grundsätzlich gehen könnte. Anschließend wird "Behelfs B1" wieder abgerissen und das letzte Stück Straßenbahn gebaut. Auf jeden Fall vermute ich, dass es nicht geprüft wurde, sonst hätte es die Volksstimme schon aufgegriffen.
Und beim Datum wäre ich vorsichtig: 2022 beutet nicht, dass die bereits im Januar fertig werden (sonst hätte man sich auch auf Ende 2021 eingelassen, und eine fette Prämie ausverhandelt, so dass es sich für die Firma trotz der Bezahlung der Überstunden noch lohnt), sondern eher Dezember 2022.  Eine Sperrung der B1 wird meiner Einschätzung nach also erst 2023 kommen. Wenn das so läuft wie an der Raiffeisenstraße würden BA 4 und 5 also erst nach den Sommerferien 2023 in Betrieb gehen können. Laut Google enden die Sachsen-Anhaltischen Sommerferien 2023 am 16. August. Nur um das Zeitlich einzuordnen: Bis dahin findet in jeden Fall jeweils (mindestens) eine Bundes- und Landtagswahl statt. Der neue Stadtrat (der Formal noch nicht im Amt ist) hat dann nur noch ca. 10 Monate vor sich. Außerdem findet in der Zeit noch eine Wahl des Oberbürgermeisters statt. Ob Trümper dann noch OB ist, dafür würde ich nicht meine Hand ins Feuer legen... Trümper darf zwar nochmal antreten (die Altersgrenze für eine Kandidatur zum OB liegt bei 67), er wäre am (vermutlichen) Wahltag Anfang 2022 66 Jahre alt. Weder Feind noch Freund würden es ihm verübeln, wenn er aus Altersgründen nicht wieder kandidiert.
Meine (sicher etwas polemische) Vermutung: Damit Trümper doch noch bei einem Großprojekt das Bändchen durchscheiden kann, wird die B1 doch irgendwie gesperrt (wahrscheinlich in Anlehnung an meinen Vorschlag) und die 2. NSV ist vor dem Tunnel fertig. Vorausgesetzt natürlich das die Kläger von BA5 vor Gericht - Verzeihung - eins aufs Maul bekommen. Wobei ich zugeben muss: Der BA5 und die noch nicht abgeschlossenen Planungen sind hier die große Unbekannte.

Offline ds10

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Re: Tunnel Ernst-Reuter-Allee / Damaschkeplatz
« Antwort #361 am: 05. Juni 2019, 13:45:53 »
Ich habe zunächst diese Argumentation auch geschluckt. Was mir aber in den Sinn gekommen ist: Die Gärten an der B1, die für den BA4 benötigt wurden, sind schon lange beräumt. Warum baut auf der Fläche nicht eine provisorische Straße und baut auf der eigentlichen (dann gesperrten) B1 erstmal die Straßenbahn? Natürlich ist das alles etwas eng und nicht so einfach, da die Ringauffahrt berücksichtigt werden muss, aber ich als Laie denke das es Grundsätzlich gehen könnte. Anschließend wird "Behelfs B1" wieder abgerissen und das letzte Stück Straßenbahn gebaut. Auf jeden Fall vermute ich, dass es nicht geprüft wurde, sonst hätte es die Volksstimme schon aufgegriffen.
Daran habe ich auch schon gedacht, aber innerhalb der Planfeststellungsgrenzen ist es tatsächlich ziemlich eng. Vielleicht scheut man auch die höheren Kosten für einen solchen temporären Umbau, denn der wäre bestimmt nicht förderfähig und man braucht beim Tunnel eher noch mehr, als die aktuellen 140 Millionen Euro. Allerdings hat man zur Zeit dort auch schon eine Spur gesperrt, also so ganz passt die Argumentation da nicht. Generell habe ich aber nicht den Eindruck, dass die MVB es eilig hat, auch auf den anderen Baustellen geht es doch eher gemütlich zu. Die Raiffeisenstraße ist schon seit März letzten Jahres dicht, aber für über ein Jahr Bauzeit ist dort sichtbar eher wenig passiert und der Bauablauf entspricht auch nicht dem vorgestellten Zeitplan der ersten Info-Veranstaltung zum BA7.

Und beim Datum wäre ich vorsichtig: 2022 beutet nicht, dass die bereits im Januar fertig werden (sonst hätte man sich auch auf Ende 2021 eingelassen, und eine fette Prämie ausverhandelt, so dass es sich für die Firma trotz der Bezahlung der Überstunden noch lohnt), sondern eher Dezember 2022.
Es steht ja im Artikel der Volksstimme, dass im Herbst 2022 der Tunnel vollständig fertig gestellt sein soll. Es gäbe ja noch andere Möglichkeiten, man könnte sich z.B. darauf konzentrieren, die Nordröhre zuerst komplett fertig zu bauen und dann den Verkehr dort durchzuleiten, denn die Röhre ist ja sowieso zweispurig geplant. So könnte man vielleicht Ende 2020 die Durchfahrt für den Autoverkehr wieder öffnen.

Eine Sperrung der B1 wird meiner Einschätzung nach also erst 2023 kommen.
Eine Sperrung der B1 war nie geplant, der Bau sollte sowieso bei laufendem Verkehr durchgeführt werden, während immer nur einzelne Spuren gesperrt würden. Jedenfalls steht das so im (bereits obsoleten) Bauablauf der beim Planfeststellungsverfahren veröffentlicht wurde.

Vorausgesetzt natürlich das die Kläger von BA5 vor Gericht - Verzeihung - eins aufs Maul bekommen. Wobei ich zugeben muss: Der BA5 und die noch nicht abgeschlossenen Planungen sind hier die große Unbekannte.
Das Planfeststellungsverfahren läuft schon sehr lange, aber in Anbetracht der Klagegefahr ist es sinnvoll dieses gewissenhaft und fehlerfrei durchzuführen, auch wenn das dadurch länger dauert. Wenn es aber korrekt läuft, dann wären die möglichen Klagen aussichtslos und man könnte trotz Klagen schon loslegen. Bei der Bürgerversammlung zum BA6 war auch die Rede davon, dass beim BA5 aufwendige Umplanungen vorgenommen wurden und sich das Verfahren dadurch verlängert.

PS: In dem Artikel von gestern steht übrigens, dass man den Tunnel in zwei Schritten aushebt, da bei vollständigem Aushub zu viel Erdreich nachrutschen würde.

Offline ex-magdeburger

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Re: Tunnel Ernst-Reuter-Allee / Damaschkeplatz
« Antwort #362 am: 05. Juni 2019, 14:18:12 »
Es steht ja im Artikel der Volksstimme, dass im Herbst 2022 der Tunnel vollständig fertig gestellt sein soll. Es gäbe ja noch andere Möglichkeiten, man könnte sich z.B. darauf konzentrieren, die Nordröhre zuerst komplett fertig zu bauen und dann den Verkehr dort durchzuleiten, denn die Röhre ist ja sowieso zweispurig geplant. So könnte man vielleicht Ende 2020 die Durchfahrt für den Autoverkehr wieder öffnen.

Hätte ich den Artkel mal gelesen. ;)
Wobei zu beachten ist, dass der Winter am 21. Dezember beginnt. Habe ich oft auch nicht auf dem Schirm, dass die Advenzent nahezu vollständig zum Herbst gehört.
Warum sollten die mehr oder wenigeroffen zugeben, dass die schneller arbreiten können, als sie behaupten? Ich denke nicht, dass die Baufirma die eine Röhre deutlich früher fertig stellt, als die andere.

Offline NGT8D

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Re: Tunnel Ernst-Reuter-Allee / Damaschkeplatz
« Antwort #363 am: 07. Juni 2019, 19:06:55 »
Von Ost nach West

Die Bildergalerie zeigt die aktuellen Arbeiten auf der Großbaustelle von Ost nach West, d. h. beginnend auf der Innenstadtseite bis hin zum Damaschkeplatz. Darunter sind die Herstellung der Stützwände 10 und 13, der Wände für die künftige Tunnelausfahrt auf der Innenstadtseite sowie der Zufahrt zum City Carré. Außerdem werden weiterhin die Kabel auf der südlichen Tunneldecke in Richtung Willy-Brandt-Platz verlegt, die Arbeiten an der MVB-Trasse in Richtung Damaschkeplatz gehen voran und der Tunnelaushub bis zur Endtiefe ist weitestgehend geschafft. Der letzte Meter zur Herstellung des Planums steht noch aus.


: Herstellung der Stützwand 10, 06/19


: Ankerarbeiten an der Stützwand 13, 06/19


: Herstellung der Tunnelausfahrt auf der Innenstadtseite, 06/19


: Herstellung der Tunnelausfahrt auf der Innenstadtseite, 06/19


: Arbeiten an der Zufahrt zum City Carré, 06/19


: Unter Deckel Achse 110, 06/19


: Eingeschalter Bohrpfahl an der Achse 110, 06/19


: Kabelverlegung auf der Tunneldecke Süd, 06/19


: Herstellung der MVB-Trasse in Richtung Damaschkeplatz, 06/19


: Herstellung der MVB-Trasse in Richtung Damaschkeplatz, 06/19


: Bodenaushub aus der Tunnelröhre Nord, 06/19


: Bodenaushub aus der Tunnelröhre Süd, 06/19


: Arbeiten am Damaschkeplatz, 06/19

Quelle: https://www.magdeburg.de/Start/B%C3%BCrger-Stadt/Leben-in-Magdeburg/Verkehr/Eisenbahn%C3%BCberf%C3%BChrung-Ernst-Reuter-Allee/index.php?NavID=37.1132.1&object=tx|37.20436.1&La=&

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Re: Tunnel Ernst-Reuter-Allee / Damaschkeplatz
« Antwort #364 am: 15. Juni 2019, 09:31:11 »
Am Magdeburger Damaschkeplatz wird Erdreich aus dem Tunnel geholt. Und am City Carré entsteht eine Straßenbahnbrücke.

https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/bauprojekt-am-magdeburger-tunnel-waechst-eine-bruecke

Offline ex-magdeburger

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Re: Tunnel Ernst-Reuter-Allee / Damaschkeplatz
« Antwort #365 am: 17. Juni 2019, 10:42:30 »
Der bemerkenswerteste Satz in dem Volksstimmeartikel ist für mich eine Aussage vom Baubeigeorneten Dr. Scheidemann:

Zitat
Die kurze Straßenbahnbrücke ist übrigens vor allem auch deshalb wichtig, da sie benötigt wird, um den Straßenbahnverkehr zwischen Damaschkeplatz und Otto-von-Guericke-Straße um den Jahreswechsel in Betrieb nehmen zu können. Magdeburgs Baubeigeordneter Dieter Scheidemann ist vorsichtig geworden und spricht von einem Termin „Anfang 2020“.

Für mich deutet das auf eine gleichzeitige Inbetriebnahme mit BA7 hin. Wie ich bereits spekuliert hatte.